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Der Förderkreis Geschichtsort Topf & Söhne hat sich 1999 als ein offener und heterogener Kreis gegründet, der die Auseinandersetzung mit der Geschichte von Topf & Söhne vorantreiben und verstetigen will.
2009 ist aus dem Förderkreis Geschichtsort Topf & Söhne der eingetragene Verein Erinnerungsort Topf & Söhne hervorgegangen. Im Zuge der Vereinsgründung entstand auch eine neue Internetpräsenz (www.topfundsoehne.de). Dort finden sich auch die aktuellen Kontaktadressen. Die alte Homepage wird seitdem nicht mehr aktualisiert, bleibt aber zur Dokumentation der Förderkreisaktivitäten in den Jahren von 1999 bis 2009 weiterhin bestehen.

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1999

 

"Topf & Söhne - Gedenken an semiauthentischen Orten"

19. - 21. Februar 1999, Zinzendorfhaus, Neudietendorf

Im Februar 1999 richteten die Evangelische Akademie Thüringen, die Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V. und das DGB-Bildungswerk Thüringen e.V. eine Tagung aus, die eine Konkretisierung des Projektes zum Ziel hatte.

Auch diesmal konnten wieder renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eine Beteiligung gewonnen werden. Adeida Assmann plädierte für eine Erhaltung des Ortes, da Gedenken und Erinnerung auch an Orte gebunden seien. Christian Gerlach leitete die historische Entwicklung der Krematoriumsgeschäfte der Firma Topf & Söhne her. Eckhard Schwarzenberger zeigte Möglichkeiten und Schwierigkeiten bei der künstlerischen (Über-)Formung des Gedenkens auf.

Nach einer gemeinsamen Besichtigung des Firmengeländes wurden zwei konkrete Vorschläge für eine Bearbeitung der Thematik bzw. eine Nutzung des Geländes (Zeichenräume im Verwaltungsgebäude) vorgestellt. Katharina Kaiser stellte ihre Idee einer künstlerischen Erinnerungs-Installation vor. Beate Stegmann und Eckhard Schwarzenberger verdeutlichten ihr Konzept einer Ausstellung, die eine Auseinandersetzung mit "Holocaust und Moderne" zum Ziel hat. Die beiden Ideenskizzen wurden von den Anwesenden kritisch hinterfragt und diskutiert.

Den Abschluß der Tagung bildete ein Arbeitsgespräch, bei dem auch je ein Vertreter der Stadt Erfurt (Rainer Wiesmaier) und des Thüringer Wissenschaftsministeriums (Rolf Lettmann) anwesend waren. Gemeinsam besprach man die Möglichkeiten des Projektes. Von Seiten der Stadt wurde dabei geäußert, dass eine Sicherung des Geländes, d. h. des Gebäudebestandes oder auch nur des Verwaltungsgebäudes aus finanziellen Gründen so gut wie ausgeschlossen sei. Dies bestätigte der Vertreter des Landes. Jedoch seien trotzdem Möglichkeiten für eine wie auch immer geartete Bezeichnung des Ortes in Erwägung zu ziehen.

Nächstes Ziel, so war man sich einig, müsse die Bildung eines Fördergremiums sein, bei der auch das Stadtarchiv und das Stadtmuseum mit beteiligt sein sollte.

Projektwoche Kolpingschule Erfurt

Im Rahmen einer Projektwoche beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Kolping-Schule in Erfurt im Juni 1999 mit ihrem Lehrer Günter Giebel mit der Geschichte von Topf & Söhne in Verbindung mit der Gedenkstätte Buchenwald. Zu Gast waren am ersten Tag Birgitt Catrin Vater von der Heinrich-Böll-Stiftung und Julika Bürgin vom DGB-Bildungswerk Thüringen e.V.. Sie informierten über die Geschichte des Unternehmens. Die Tatsache, dass sich ein Teil des Schulgeländes auf ehemaligem Gelände der Topf-Villa befindet und diese in Sichtweite der Schule liegt, war ein konkreter Zugang zum Thema. Im Ergebnis der Projektwoche, die einen Besuch in der Gedenkstätte Buchenwald beinhaltete, erstellten die SchülerInnen eine Ausstellungswand.

Geländerundgänge

auf dem ehemaligen Betriebsgelände von Topf & Söhne, Erfurt, Sorbenweg 7-9

Seit 1997 werden immer wieder Gruppen und einzelne Personen über das ehemalige Betriebsgelände geführt. Die Rundgänge wurden u. a. durch das DGB-Bildungswerk Thüringen e.V. und die Thüringer Landeszentrale für Politische Bildung gefördert.

Ziel dieser Geländerundgänge ist es zum einen, die Geschichte und Bedeutung des Ortes zu vermitteln und auf die Sichtachse zwischen dem Konstruktionsbüro im Verwaltungsgebäude und dem Ettersberg mit dem Konzentrationslager Buchenwald hinzuweisen. Zum anderen sollen diese Rundgänge eine emotionale und assoziative Brücke zum Besucher / zur Besucherin bauen und so eine Beschäftigung mit der Thematik nachhaltig fördern.

Die Erfahrungen mit den Begehungen bestätigen diese Zielsetzung. Die Erhaltung des Ortes für eine Auseinandersetzung mit der alltäglichen Seite des Mitmachens als ein Glied in der Vernichtungsmaschinerie des nationalsozialistischen Deutschlands wird von den BesucherInnen überwiegend als unbedingt sinnvoll erachtet.

Theaterprojekt der IG Metall Erfurt

Seit einigen Jahren existiert bei der IG Metall Verwaltungsstelle Erfurt eine Laien-Theatergruppe, die vorwiegend Kabarett macht. Auf Vorschlag des DGB-Bildungswerks Thüringen e.V. beschäftigte sich diese Gruppe seit Dezember 1998 mit der Entwicklung eines Theaterstücks zum Thema Topf & Söhne. Da das Unternehmen Topf & Söhne, sowie später auch die Firma EMS zum Bereich der Metallindustrie gehörten, ergaben sich für die Theatergruppe viele Berührungspunkte.

Hartmut Topf begleitete die ersten Überlegungen, so dass hier ein unmittelbarer Kontakt zu persönlichen Geschichtserfahrungen hergestellt und inhaltliche Fragen geklärt werden konnten. Zwei Mitglieder der Theatergruppe informierten sich außerdem auf der Tagung in Neudietendorf über wichtige Diskussionspunkte.

Unter der Leitung der Theaterpädagogin Sylvia Hathazy entwickelte die Gruppe in Wochenend- und einem Wochenseminar ein Stück mit dem Titel "Das Erbe". Das Stück hatte am 5. Juni 1999 im ehemaligen Verwaltungsgebäude von Topf&Söhne / EMS Premiere. Es wurde weiterhin in einer Schule und während des Ratschlages kulturSTÖRUNG am 6. November 1999 in Weimar aufgeführt.

Kontakt: Kulturgruppe der IG Metall Verwaltungsstelle Erfurt, Lucas-Cranach-Platz 2, 99097 Erfurt, Telefon 0361-565850.