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Der Förderkreis Geschichtsort Topf & Söhne hat sich 1999 als ein offener und heterogener Kreis gegründet, der die Auseinandersetzung mit der Geschichte von Topf & Söhne vorantreiben und verstetigen will.
2009 ist aus dem Förderkreis Geschichtsort Topf & Söhne der eingetragene Verein Erinnerungsort Topf & Söhne hervorgegangen. Im Zuge der Vereinsgründung entstand auch eine neue Internetpräsenz (www.topfundsoehne.de). Dort finden sich auch die aktuellen Kontaktadressen. Die alte Homepage wird seitdem nicht mehr aktualisiert, bleibt aber zur Dokumentation der Förderkreisaktivitäten in den Jahren von 1999 bis 2009 weiterhin bestehen.

Projekte

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2005

 

Vortrag Jan van Pelt

11. Januar 2005: Vortrag "Auschwitz -Berlin - Erfurt: Ein infernalisches Dreieck" von Robert-Jan van Pelt in Erfurt.
Veranstalter: Arbeitsstelle Historische Anthropologie des MPI für Geschichte an der Universität Erfurt, in Kooperation mit dem Landesbüro Thüringen der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem DGB-Bildungswerk Thüringen e.V., dem DGB Thüringen und dem Förderkreis Geschichtsort Topf & Söhne

Workshop zu pädagogischen Perspektiven des Geschichtsortes Topf und Söhne

4. März 2005: Unter dem Titel "Weder Gedenkstätte noch Industriemuseum. Möglichkeiten pädagogischer Arbeit am Geschichtsort Topf & Söhne" setzt sich ein vom Förderkreis organisierter Workshop im Max-Weber-Kolleg Erfurt mit pädagogischen Perspektiven des Geschichtsortes Topf & Söhne auseinander.
Weder Gedenkstätte noch Industriemuseum. Möglichkeiten pädagogischer Arbeit am Geschichtsort Topf & Söhne
Auf dem Weg zum Geschichtsort Topf & Söhne - Zum Stand der Diskussion
Lernen am Täterort und Verantwortung in der Berufspraxis: Lore Kleiber (Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin), Michael Sturm (Villa ten Hompel, Münster) Gedenkstätte oder Industriemuseum? Gottfried Kößler (Fritz-Bauer-Institut, Frankfurt/M.), Dr. Horst Steffens (Landesmuseum für Technik und Arbeit, Mannheim)
Chancen und Grenzen pädagogischer Arbeit am Geschichtsort Topf & Söhne
Die Veranstaltung wurde gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
Die historische Bedeutung des ehemaligen Firmengeländes der Firma Topf & Söhne wird heute allgemein anerkannt. Nach längeren Diskussionen hat sich die Stadt Erfurt entschlossen, einen Teil des Geländes zu erwerben, um diesen für die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit nutzbar zu machen. Damit ist ein wichtiger Schritt getan. Zugleich gewinnt nun die Beantwortung weiterer offener Fragen an Dringlichkeit. Was soll nach der Sanierung des Verwaltungsgebäudes an diesem historischen Ort passieren? Wie können Grundlagen für eine lebendige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit an diesem Ort geschaffen werden? Wie lässt sich eine solche Erinnerungsarbeit praktisch gestalten?
Notwendig ist eine Positionierung des Geschichtsortes Topf & Söhne im Kontext bereits bestehender Gedenkstätten und Museen. Eine solche Betrachtung zeigt, dass sich in Erfurt die Chance eröffnet, eine Leerstelle zu füllen und neue Formen der Auseinandersetzung zu entwickeln. Wie eine solche Erinnerungsarbeit am Geschichtsort Topf & Söhne aussehen könnte, soll an diesem Tag erörtert werden. Eingeladen sind dazu nicht nur Praktikerinnen und Praktiker aus den pädagogischen Abteilungen anerkannter Gedenkstätten, Museen oder Forschungs-Institutionen, sondern auch die politisch Verantwortlichen aus den Fraktionen des Erfurter Stadtrates. Im gemeinsamen Gespräch sollen Perspektiven des Geschichtsortes Topf & Söhne in und für Erfurt aufgezeigt und konkretisiert werden.

Ausstellung "Techniker der .Endlösung'"

23. Oktober 2005: Eröffnung der Ausstellung "Techniker der .Endlösung'. Topf & Söhne - Die Ofenbauer von Auschwitz" im Stadtmuseum Erfurt.
In Zusammenarbeit mit zahlreichen Institutionen und Bildungsträgern organisiert der Förderkreis ein umfangreiches Begleitprogramm.

Begleitprogramm zur Ausstellung

23. Oktober 2005 (bis 6. November 2005): Illumination "Areal der Vergegenwärtigung". Südwestliches Werktor des ehem. Betriebsgeländes Topf & Söhne, Ecke Nonnenrain / Sorbenweg
Parallel zur gleichnamigen Ausstellung (siehe 26. Oktober 2005) wird das Anliegen "Fenster" zum "Thema Topf und Söhne" und zum ehem. Fabrikgelände aufzuschlagen, am Ort selbst durch Studierende der Bauhaus-Universität Weimar umgesetzt. Erstmals an diesem Abend wird eine illuminierte Glashalle von der "Eröffnung" des Areals der Vergegenwärtigung künden. Zwei Wochen lang wird sie allabendlich für fünf Stunden Irritationen auslösende Motivfolgen, provokante Fragesätze und Denkaufgaben in den öffentlichen Raum aussenden. Neben der bitteren Kommentierung der Vergangenheit und Gegenwart, werden die Bild-Text-Collagen auch die Frage nach einem angemessenen zukünftigen Umgang mit dem Gelände aufwerfen.
Veranstalter: Bauhaus-Universität Weimar
24. Oktober 2005: Dr. Steffen Raßloff (Universität Erfurt): Von Luther bis zum Gipfeltreffen 1970. Erfurt - Ein verhinderter nationaler Erinnerungsort?
Erfurt, Rathaus (Raum 244), Fischmarkt
Der Vortrag stellt die Frage, warum Erfurt trotz zahlreicher bedeutender historischer Ereignisse, Personen und Prozesse nicht dauerhaft den Rang eines nationalen Erinnerungsortes erreicht hat. Neben Luther, Fürstenkongress 1808, deutschen Hauptstadtplänen 1848/50 und 1918/19 und dem Gipfeltreffen 1970 soll auch thematisiert werden, welche Rolle Topf & Söhne im städtischen und nationalen Erinnerungsrahmen spielt.
Veranstalter: Erfurter Geschichtsverein
26.Oktober 2005: Präsentation und Erläuterung der Ausstellung "Areal der Vergegenwärtigung. Ideen für einen Geschichtsort Topf & Söhne" durch Dr. Simone Hain, Dr. Christiane Wolf und Mark Escherich (Bauhaus-Universität Weimar)
Erfurt, Stadtmuseum, Johannesstraße 169
Lehrende und Studierende der Fakultät Architektur der Bauhaus-Universität stellen die Ausstellung vor, die sich vornehmlich mit dem Betriebsgelände des Feuerungsanlagen-Herstellers auseinandersetzt. Angesichts der problematischen Zukunftsaussichten entstanden im Sommersemester 2005 studentische Vorschläge, die den Blick der Öffentlichkeit auf die Brache lenken und zur Diskussion anregen wollen. Ausgangspunkte waren "Mechanismen" und "Hintergründe" des heute unvorstellbaren Zivilisationsbruchs und Fragen, die innerhalb des Holocaustgedenkens noch nicht ausreichend thematisiert sind: Wie geschahen Mittäterschaften? Wie weit darf Geschäftsdenken freie Bahn gelassen und wann muss es gebremst oder durchkreuzt werden? "Durchkreuzungen", "Provokationen" und "Angriffe" auf einen sich von Verantwortung lossagenden Ingenieurs- und Geschäftsgeist sind dem zur Folge auch die Interventionsvorschläge der Studenten. Die Fabrikbrache in Erfurt wurde als "Areal der Vergegenwärtigung" zum Ort bitterer Kommentierung und Befragung. Darüber hinaus gibt der Ausstellungsbeitrag einen Überblick über internationale und nationale "Memorialorte des Holocaust" und verortet somit den "Geschichtsort Topf und Söhne" in der weltweiten Holocaust-Gedenklandschaft.
Veranstalter: Bauhaus-Universität Weimar
28. Oktober 2005: Prof. Christopher Browning, Ph.D. (University of North Carolina): Überleben durch Sklavenarbeit: Zu den Fabrik-Sklavenarbeitslagern von Starachowice, Polen (Oktober 1942 - Juli 1944)
Erfurt, Begegnungsstätte Kleine Synagoge, An der Stadtmünze 4/5
Mit seiner international beachteten Untersuchung des Reserve-Polizeibataillons 101 hat Christopher Browning die Frage nach der Beteiligung der "ganz normalen Männer" an der Ermordung der Juden Europas in den Mittelpunkt gestellt und so der "Täterforschung" entscheidende Impulse gegeben. Den ambivalenten Bedeutungen von Arbeit im Vernichtungsprozess geht er in seinen aktuellen Forschungen nach. Damit werden Situation und Verhalten der Opfer wieder in die Täterforschung einbezogen.
Veranstalter: Förderkreis Geschichtsort Topf & Söhne und Arbeitsstelle Historische Anthropologie, Universität Erfurt
3. November 2005 (bis 6. November 2005): "2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß", Regie: Malte Ludin, Deutschland 2004
Erfurt, Kinoklub, Am Hirschlachufer, Veranstalter: Kinoklub Erfurt
3. November 2005 (bis 9. November 2005), "2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß" bzw. "Die Grauzone", Angebot für Schulen
Erfurt, Kinoklub, Am Hirschlachufer, Veranstalter: Kinoklub Erfurt
7. November 2005 (bis 9. November 2005): "Die Grauzone", Regie: Tim Blake Nelson, USA 2002 / Deutschland 2005
Erfurt, Kinoklub, Am Hirschlachufer, Veranstalter: Kinoklub Erfurt
8. November 2005: Einführung in die Ausstellung "Techniker der Endlösung" durch Dr. Annegret Schüle und Dr. Helmut Rook (Gedenkstätte Buchenwald).
Erfurt, Stadtmuseum, Johannesstraße 169
Die Ausstellungsmacher der Gedenkstätte Buchenwald führen in die Konzeption der Ausstellung ein und stellen die wichtigen Kernaussagen vor. Dabei sollen Möglichkeiten des Umgangs mit der Firmengeschichte von Topf & Söhne in der pädagogischen Arbeit erörtert werden. Die Veranstaltung richtet sich ausschließlich an PädagogInnen und MultiplikatorInnen in der Bildungsarbeit. Anmeldungen bitte an Susanne Reichard, Königin-Luise-Gymnasium Erfurt.
Veranstalter: Gedenkstätte Buchenwald
9. November 2005: "Gesetzt, du wärest nach Auschwitz kommandiert worden, was hättest du dort getan?" (Fühmann) - Das Bild vom NS-Täter in der DDR-Literatur. Einführung und anschließende Textarbeit mit Dr. Martin Straub (Lese-Zeichen e.V.)
Leitung: Eva Müller (LZT), Erfurt, Bildungshaus St. Ursula
In den "Zweiundzwanzig Tage oder die Hälfte des Lebens" von Franz Fühmann heißt es: "Gesetzt, du wärest nach Auschwitz kommandiert worden, was hättest du dort getan? Nein, sage nicht, die Frage sei unsinnig, da du ja eben nicht dort gewesen bist . Du hättest in Auschwitz vor der Gaskammer genau so funktioniert, wie du in Charkow oder Athen hinter deinem Fernschreiber funktioniert hast: Dazu warst du doch da, mein Freund". Fühmanns Text ist eine unerbittliche Selbstbefragung und Auseinandersetzung mit den eigenen Lebensmöglichkeiten. Mit seiner kritischen Reflexion über das eigene "Funktionieren" verweist er zugleich auf Möglichkeit, dass jeder zum Täter werden könnte. Ab 23. Oktober wird in Erfurt die Ausstellung "Techniker der .Endlösung'. Topf & Söhne - Die Ofenbauer von Auschwitz" gezeigt, die am Beispiel der Erfurter Firma auch Fragen nach der Mittäterschaft am Massenmord aufwirft. Aus diesem Anlass wollen wir uns am Beispiel von Texten von Franz Fühmann, Anna Seghers, Heiner Müller und Landolf Scherzer mit dem Bild vom NS-Täter in der DDR-Literatur auseinandersetzen und so Hinweise zur Thematisierung der Ausstellung im Deutsch-Unterricht geben. Anmeldungen bitte an Eva Müller (LZT).
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung
14. November 2005: Emilie Schindler - Mutige Zeitzeugin der Naziherrschaft. Lesung und Gespräch mit Erika Rosenberg (Buenos Aires, Argentinien)
Erfurt, Begegnungsstätte Kleine Synagoge, An der Stadtmünze 4/5
Emilie Schindler. die Frau, die zusammen mit ihrem Ehemann Oskar Schindler 1.200 Juden vor dem sicheren Tod in den Gaskammern der Nazi-Maschinerie rettete, sagte stets über sich selber: "Wir waren keine Helden, wir haben nur das gemacht, was wir machen mussten." Emilie Schindler geriet in Vergessenheit und stand auch nach der Verfilmung "Schindler Liste" im Schatten ihres Mannes. Heute, vier Jahre nach ihrem Tod, nimmt Erika Rosenberg eine Würdigung der mutigen Zeitzeugin vor.
Veranstalter: Konrad-Adenauer-Stiftung
15. November 2005: "Und Sie hatten nie Gewissensbisse? Die Biographie von Rudolf Höß, Kommandant von Auschwitz" von Manfred Deselaers (2001), vorgestellt von Dr. Aribert Rothe
Erfurt, Begegnungsstätte Kleine Synagoge, An der Stadtmünze 4/5
Manfred Deselaers hat seine ergreifende Dissertation über "Die Biographie von Rudolf Höß, Kommandant von Auschwitz, und die Frage nach seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen" vor allem "für die Opfer geschrieben, die wissen wollten, wie kann ein Mensch so werden? Auschwitz kann man nicht entgehen. Auschwitz gehört zur Biographie eines jeden Deutschen."
Veranstalter: Evangelische Stadtakademie
19. November 2005: Erzählcafé. Ehemalige Mitarbeiter von Topf & Söhne und EMS berichten
Erfurt, Augustinerkloster, Augustinerstraße 10
Mit mehreren hundert Mitarbeitern gehörte Topf & Söhne zu den großen Betrieben in Erfurt. Viele Erfurter waren aber auch in der Nachfolgefirma Erfurter Mälzerei und Speicherbau (EMS) tätig. Der Geschichtsverein und der Förderkreis wollen die unterschiedlichen Generationen zu einem Erzählcafé einladen. Bei dem gemeinsamen Austausch von Erlebnissen und Erfahrungen soll erstmals die gesamte Betriebsgeschichte bis zum Konkurs im Jahre 1996 in den Blick genommen werden. Das Erfurter Publikum soll so die Möglichkeit erhalten, die unterschiedlichen Facetten der Firmen Topf & Söhne und EMS durch ein Stück "erzählte Geschichte" neu kennen zu lernen.
Veranstalter: Augustinerkloster, Erfurter Geschichtsverein und Förderkreis Geschichtsort Topf & Söhne
20. November 2005: Öffentlicher Stadtrundgang: Hinführung zu Topf & Söhne, Treffpunkt: Erfurt, Stadtmuseum, Johannesstraße 169
Dieser Stadtrundgang möchte die Geschichte der "Ofenbauer von Auschwitz" in die lokale Geschichte Erfurts einbinden. Was geschah in der Stadt, als sich die Ingenieure von Topf & Söhne an die Entwicklung und Konstruktion der Krematorien für die Konzentrationslager machten? Der Rundgang wird mit einer Führung über das ehemalige Firmengelände von Topf & Söhne enden. Mit diesem Angebot soll eine Verbindung von Ausstellung und historischem Ort hergestellt werden.
Veranstalter: Projektgruppe Erfurt im Nationalsozialismus beim DGB-Bildungswerk Thüringen e.V. in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung
23. November 2005: Prof. Dr. Harald Welzer (KWI Essen): Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden (Buchvorstellung)
Erfurt, Begegnungsstätte Kleine Synagoge, An der Stadtmünze 4/5
Nach den Genoziden des 20. Jahrhunderts ist immer noch die Frage unbeantwortet: Wie waren all die "ganz normalen Männer", gutmütigen Familienväter und harmlosen Durchschnittsmenschen imstande, massenhaft Menschen zu töten? Es hat kaum eine Personengruppe gegeben, die sich der Aufforderung zum Morden verschlossen hat. Harald Welzer untersucht Taten aus unterschiedlichen Genoziden in ihrem jeweiligen sozialen und situativen Rahmen. Er weist nach, wie das Töten innerhalb weniger Wochen zu einer Arbeit werden kann, die erledigt wird wie jede andere auch. Es ist beunruhigend zu erkennen, wie wenig Vertrauen wir in die Stabilität unserer moralischen Überzeugungen setzen sollten. Harald Welzer ist Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. Das kommunikative Gedächtnis (2001); "Opa war kein Nazi" (2002).
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung
30. November 2005: Dr. Jens-Christian Wagner (Gedenkstätte Mittelbau-Dora): Ingenieure und Wissenschaftler als NS-Täter
Erfurt, Begegnungsstätte Kleine Synagoge, An der Stadtmünze 4/5
Viele Ingenieure und Wissenschaftler stellten sich und ihre Produkte aus freien Stücken und selbstmobilisierend in den Dienst der NS-Vernichtungspolitik. Exemplarische Biografien ermöglichen eine Annäherung an die Motivationsstruktur von NS-Tätern, die keinesfalls als fanatische Nationalsozialisten auftraten. Wichtige Rollen spielen dabei die Wurzeln im kulturell-politischen Selbstverständnis von Ingenieuren und (Natur-)Wissenschaftlern sowie das Technikbild der Nationalsozialisten.
Veranstalter: Förderkreis Geschichtsort Topf & Söhne und Arbeitsstelle Historische Anthropologie, Universität Erfurt
7. Dezember 2005: Dr. Bertrand Perz (Wien): Auschwitz neu? Die Erfurter Firma Topf & Söhne im KZ Mauthausen
Erfurt, Begegnungsstätte Kleine Synagoge, An der Stadtmünze 4/5
Die Geschichte der Krematorien von Mauthausen ist bis heute nicht geschrieben. Das KZ Mauthausen zählte wie viele andere Konzentrationslager sowohl zu den Kunden der Firma Topf & Söhne als auch der Firma Kori. Zwischen 1940 und 1945 wurden allein in Mauthausen durch diese beiden Firmen drei Krematoriumsöfen errichtet. Ebenfalls mit Krematorien ausgestattet wurden die drei größten Außenlager des KZ Mauthausen, Gusen, Ebensee und Melk. Im Vortrag soll einerseits der Geschichte dieser Krematorien in Zusammenhang mit der politischen und ökonomischen Funktion des KZ-Systems von Mauthausen nachgegangen werden. Der zweite Teil des Vortrages wird sich mit der kaum bekannten, geplanten Wiedererrichtung der Krematorien von Auschwitz-Birkenau in der Endphase des Krieges auseinandersetzen. Im Februar 1945 traf die Mauthausener SS in Zusammenarbeit mit der Firma Topf konkrete Maßnahmen zum Wiederaufbau der in Auschwitz-Birkenau Ende 1944 demontierten Großkrematorien. In nächster Nähe zu Mauthausen wurden bereits konkrete Vermessungsarbeiten am geplanten Standort vorgenommen. Inwieweit auch geplant war, neue Gaskammern zu errichten, ist bis jetzt nicht geklärt. Ebenso offen muss die Frage bleiben, welche Zukunftsplanungen die SS mit dieser Anlage "Auschwitz neu" verband.
Dr. Bertrand Perz ist Universitätsassistent am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, Mitglied der Historikerkommission der Republik Österreich; Zahlreiche Publikationen zur Geschichte des KZ-Systems, u.a. "Geschichte der KZ-Gedenkstätte Mauthausen 1945 bis zur Gegenwart" (2005).
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung
13. Dezember 2005: "Die Nacht zu begraben, Elischa" von Elie Wiesel (1962), vorgestellt von Dr. Aribert Rothe
Erfurt, Begegnungsstätte Kleine Synagoge, An der Stadtmünze 4/5
Im ersten Teil ("Nacht") der weitgehend autobiographischen Trilogie des berühmten Friedensnobelpreisträgers wird der 15-jährige Elischa aus seiner frommen jüdisch-chassidischen Umwelt gerissen. Mit Familie und Freunden wird er nach Auschwitz gebracht. In der grauenvollen Atmosphäre sind Mörder und Opfer untrennbar in der Gemeinsamkeit verbunden, die der Tod herstellt.
Veranstalter: Evangelische Stadtakademie
14. Dezember 2005: Präsentation und Erläuterung der Ausstellung "Areal der Vergegenwärtigung. Ideen für einen Geschichtsort Topf & Söhne" durch Dr. Simone Hain, Dr. Christiane Wolf und Mark Escherich (Bauhaus-Universität Weimar)
Erfurt, Stadtmuseum, Johannesstraße 169
Lehrende und Studierende der Fakultät Architektur der Bauhaus-Universität Weimar stellen die Ausstellung vor.

Veranstalter: Bauhaus-Universität Weimar