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Der Förderkreis Geschichtsort Topf & Söhne hat sich 1999 als ein offener und heterogener Kreis gegründet, der die Auseinandersetzung mit der Geschichte von Topf & Söhne vorantreiben und verstetigen will.
2009 ist aus dem Förderkreis Geschichtsort Topf & Söhne der eingetragene Verein Erinnerungsort Topf & Söhne hervorgegangen. Im Zuge der Vereinsgründung entstand auch eine neue Internetpräsenz (www.topfundsoehne.de). Dort finden sich auch die aktuellen Kontaktadressen. Die alte Homepage wird seitdem nicht mehr aktualisiert, bleibt aber zur Dokumentation der Förderkreisaktivitäten in den Jahren von 1999 bis 2009 weiterhin bestehen.

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2006

 

Begleitprogramm zur Ausstellung

17. Januar 2006: "Adressat unbekannt" von Kressmann Taylor (1938 /2002), vorgestellt von Dr. Aribert Rothe
Erfurt, Begegnungsstätte Kleine Synagoge, An der Stadtmünze 4/5 /i>
Diese Geschichte in achtzehn Briefen und einem Telegramm ist das literarische Meisterwerk einer ansonsten unbekannten New Yorker Werbetexterin und erschien 1938 zunächst in USA-Magazinen. Sie beschreibt die Beziehung zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtergreifung. "Nie wurde das zersetzende Gift des Nationalsozialismus eindringlicher beschrieben" (Elke Heidenreich).
Veranstalter: Evangelische Stadtakademie
19. Januar 2006: Peter Hillebrand: Die KPD-Betriebszelle bei "Topf & Söhne" - Widerstand, Mittäterschaft und Vertuschung
Erfurt, Begegnungsstätte Kleine Synagoge, An der Stadtmünze 4/5
Das Schild "Topf & Söhne, Erfurt" auf dem Verbrennungsofen des ehemaligen KZ Buchenwald hielt zu DDR-Zeiten die Erinnerung an diese Firma wach. Man wusste, dass die Eigentümer als Kriegsverbrecher enteignet wurden. Aber dass Topf & Söhne in Auschwitz die gigantischen Krematorien sowie die Be- und Entlüftungsanlagen der Gaskammern gebaut hatte, war nicht bekannt, genauso wenig wie die Existenz einer illegalen KPD-Zelle bei Topf & Söhne. Diese Genossen trugen merkwürdigerweise nichts zur Aufklärung bei, als nach dem Krieg die Verwicklung von Topf & Söhne in den Massenmord thematisiert wurde. Jetzt kann man anhand verstreut archivierter Dokumente diese Geschichte wie ein Puzzle vervollständigen: So arbeitete einer der Kommunisten als Monteur in Auschwitz und heuerte später unter sowjetischer Besatzung mit mehreren Genossen von Topf & Söhne bei der Polizei an, die ermitteln sollte, wer für das Auschwitz-Geschäft verantwortlich war. Peter Hillebrand wird die KPD-Betriebszelle bei "Topf & Söhne" und ihr Agieren zwischen Widerstand, Mittäterschaft und Vertuschung vorstellen.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung
21. Januar 2006: Was heißt "Erziehung nach Auschwitz?" Tagesseminar mit Dr. Astrid Messerschmidt (TU Darmstadt)
Erfurt, Stadtmuseum, Johannesstraße 169
Nach der Erfahrung der fabrikmäßigen Tötung von Millionen von Menschen formulierte Theodor W. Adorno 1966 in einem Radiovortrag: "Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung." Die Referentin Astrid Messerschmidt wird Adornos Forderung als Aufruf zur radikalen Selbstreflexion von Erziehung und Erziehungswissenschaft vorstellen und fragen, was daraus drei Generationen nach 1945 geworden ist. Gemeinsam mit allen Teilnehmenden soll diskutiert werden, was dies für die jeweilige pädagogische Praxis bedeuten kann. Ein Seminar für PädagogInnen in der schulischen und außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung sowie alle Interessierten. Dr. Astrid Messerschmidt lehrt am Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik an der Technischen Universität Darmstadt.
Veranstalter: Projektgruppe Erfurt im Nationalsozialismus beim DGB-Bildungswerk Thüringen e.V. in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V.
24. Januar 2006: Dr. Stefanie Schüler-Springorum (Institut für Geschichte der deutschen Juden, Hamburg): Lust am Krieg? Autobiographische Zeugnisse aus dem Spanischen Bürgerkrieg: Die Legion Condor
Universität Erfurt, Lehrgebäude IV
Die u.a. auch in Erfurt stationierten Flieger der Legion Condor führten fast drei Jahre lang einen nicht erklärten Bombenkrieg in Spanien, für den "Gernika" zum weltweiten Symbol geworden ist. Der Vortrag analysiert die Darstellung des Krieges in den veröffentlichten Erinnerungen der deutschen Teilnehmer und geht der Frage nach, welche Bilder vom Luftkrieg entworfen werden und wie das eigene Erleben literarisch verarbeitet wird.
Veranstalter: Arbeitsstelle Historische Anthropologie, Universität Erfurt
26. Januar 2006 (bis 1. Februar 2006): "Aus einem deutschen Leben", Regie: Theodor Kotulla, BRD 1977
Erfurt, Kinoklub, Am Hirschlachufer
Veranstalter: Kinoklub Erfurt

27. Januar 2006: Dr. Hans-Jürgen Döscher: Seilschaften. Die verdrängte Vergangenheit des Auswärtigen Amtes (Buchvorstellung)
Erfurt, Begegnungsstätte Kleine Synagoge, An der Stadtmünze 4/5
"Diplomaten revoltieren gegen Außenminister" oder "Die impertinente Forderung nach ehrendem Gedenken für Ex-Nazis" lauteten die Schlagzeilen, nachdem Außenminister Fischer den ehrenhaften Nachruf für einen ehemaligen Botschafter mit NSDAP- und SS-Vergangenheit abgelehnt und damit die traditionelle Gedenkpraxis durchbrochen hatte. Daraufhin schalteten über hundert hohe und höchste Ex-Diplomaten eine Zeitungsanzeige zum Gedenken an den früheren Kollegen. Dieser in der Geschichte des Auswärtigen Amts einmalige Vorgang gab den Anstoß für eine öffentliche Debatte um die "braune Vergangenheit" deutscher Diplomaten unter Adenauer, Scheel und Genscher. Hans-Jürgen Döscher hat als erster Historiker die einst geheimen oder vertraulichen Protokolle früherer Untersuchungsausschüsse zu personalpolitischen Missständen im Auswärtigen Amt eingesehen und quellenkritisch überprüft. Seine Befunde werfen ein neues Licht auf die nationalsozialistische Vergangenheit und personelle Kontinuität im Außenamt sowie auf die von Seilschaften geübte fragwürdige Kumpanei mit belasteten Diplomaten.
Dr. Hans-Jürgen Döscher ist Studiendirektor und Lehrbeauftragter für Neuere Geschichte an der Universität Osnabrück. Zahlreiche zeitgeschichtliche Publikationen, darunter die beiden Standardwerke zum Auswärtigen Amt "Das Auswärtige Amt im Dritten Reich" (1987) und "Verschworene Gesellschaft" (1995).
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung
7. Februar 2006: Prof. Dr. Alf Lüdtke (Universität Erfurt): Deutsche Qualitäts- und Wertarbeit: ein Leitbild und seine Folgen
Erfurt, Begegnungsstätte Kleine Synagoge, An der Stadtmünze 4/5
Gute Arbeit galt Managern ebenso wie Technikern und Arbeitern in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert mehr und mehr als eine "deutsche" Eigenschaft. Sie begründete den Anspruch auf Überlegenheit, etwa gegenüber "Fremdarbeitern". Sie taugte als Selbstrechtfertigung für das Mitmachen in den Kriegen wie beim Juden- und Völkermord im Nationalsozialismus. "Deutsche Wertarbeit" wurde aber auch in Neuanfängen nach "Zusammenbrüchen" beschworen, vor allem ab 1945 in Ost- wie in Westdeutschland. Was begründete den Reiz dieses Leitbildes? Wie wirkte es - womöglich bis heute?
Veranstalter: Förderkreis Geschichtsort Topf & Söhne und Arbeitsstelle Historische Anthropologie, Universität Erfurt